
Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
in English.
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Miroslav TyršBriefmarke Karl Seizingers (links)im Vergleich zu einem Stich von Bohumil Heinz (rechts) entstanden nach der gleichen photographischen Vorlage 1. Februar 1933, MiNr. 318 |
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Und ein weiteres Mal erhielten beide Stecher zum gleichen Thema gleichzeitig einen Auftrag, und zwar für die 1934 geplante Ausgabe zum 50. Todestag des Komponisten Bedøich Smetana. Diesmal fielen jedoch die Ergebnisse deutlich unterschiedlich aus: während Seizinger ein klassisches Porträt wählte, entschied sich Heinz für eine Lösung, die Smetana vor dem im Hintergrund abgebildeten Tschechischen Nationaltheater in Prag zeigte. Heinz legte seinen Entwurf vor und dieser wurde abgelehnt. Seizinger aber arbeitete zur gleichen Zeit an anderen Aufträgen und hielt seinen noch zurück. Als aber nach der Ablehnung von Heinz' Vorlage die Zeit drängte und angeblich nur noch Stunden zum geforderten Termin fehlten, soll Seizinger in kürzester Zeit - orientiert an dem bereits vorliegenden Heinz-Stich - sein Smetana-Porträt fertiggestellt haben, das am 28. März 1934 dann auf Briefmarke erschien (MiNr. 321). Erneut ist bei einer Gegenüberstellung die Ähnlichkeit zwischen der Lösung Seizingers (s. links) und dem Porträt-Ausschnitt aus der Vorlage von Heinz (s. rechts) frappierend. Betrachtet man sich beide Stiche jedoch genauer, so lässt sich gerade an diesem Beispiel die Unterschiedlichkeit zwischen Seizinger und Heinz sehr schön zeigen. Eindeutig ist der wesentlich "grobere", "rustikalere" und konservativere Stil Seizingers im Vergleich zur feineren und detaillierteren Ausführung von Heinz zu erkennen. Sehr klar ist das besonders an der Stirnpartie und dem Kragen des Jackets nachzuvollziehen. Gerade diese deutlich feinere Ausführung von Heinz war offenbar auch der Grund, dass die Druckerei Unie Heinz' Vorlagen zunächst ablehnte, weil man befürchtete, es würden Probleme beim Druck entstehen und die Farben verlaufen. Und so dauerte es noch bis Ende 1934, bis erstmals ein Heinz-Stich akzeptiert wurde - das Porträt Antonín Dvoøáks (MiNr. 329). Sein Smetana-Entwurf wurde schließlich nach seinem Tod posthum im Jahr 1948 doch noch für eine Briefmarke verwendet (MiNr. 578/579). Stich und Briefmarke können im Beitrag zu Bohumil Heinz betrachtet werden.