
Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Max Švabinský/Bohumil Heinz: REPUBLIKA Ausgabetag: 20. Januar 2002, MiNr. 312 Graphische Aufbereitung und Stich: Bedøich Housa kombinierter Stahlstich- und Rastertiefdruck Originalmarke: MiNr. 404, 15. Dezember 1938 |
Zum achten Mal bereits würdigt die Tschechische Republik am Tag des Erscheinens ihrer ersten Briefmarke einen ihrer großen Briefmarkenkünstler. Lange schon erwartet und von den Sammlern gefordert ist es diesmal quasi der Vater der tschechoslowakischen Briefmarkentradition, der geehrt wird - Max Švabinský. Die Ausgabe zeigt den letzten Briefmarkenentwurf Max Švabinskýs vor dem 2. Weltkrieg. Anlass für die Ausgabe war der 20. Jahrestag der Staatsgründung, den man am 28. Oktober 1938 feierte. Dem Anlass entsprechend handelt es sich auch um ein betont nationales Motiv. Zu sehen ist eine, die Republik symbolisierende allegorische Figur, bekleidet mit einem Rock, auf dem die Staatsflagge zu sehen ist, vor dem Hintergrund der Nikolauskathedrale auf der Prager Kleinseite. Das Motiv gilt als eines der ersten großen Meisterwerke Švabinskýs auf Briefmarken. Einen großen Anteil daran hat sicher auch die exzellente stecherische Umsetzung durch den damals größten tschechischen Stecher Bohumil Heinz, den Švabinský nach anfänglicher Zurückhaltung sehr schätzte. Besondere symbolische Bedeutung erhielt diese "nationale" Briefmarkenausgabe auch dadurch, dass sie in einer Zeit veröffentlicht wurde (sie erschien am 19. Dezember 1938), als sich nach dem Münchener Abkommen und der Angliederung des Sudetenlands an das Deutsche Reich bereits das Ende der damaligen Tschechoslowakei abzuzeichnen begann. Obwohl ganz am Anfang der tschechoslowakischen Briefmarken Alfons Mucha steht, beginnt die konsequente künstlerische Gestaltung von Briefmarken in der Tschechoslowakei mit Max Švabinský. Er ist es, der 1923 als erster den Stahlstichtiefdruck als Technik für die Briefmarkenproduktion forciert und damit die Prinzipien festlegt, die heute noch eingehalten weden. Auf vielen Seiten dieser Galerie, die über den link unten erreicht werden können, sind die Etappen der Entwicklung und der Einfluss Švabinskýs nachzuvollziehen. |
