Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst



ZAGREB II

Obwohl Seizinger nach dem Verlassen der Tschechoslowakei nur noch vereinzelt Kontakte dorthin hatte und nach dem Krieg in der kommunistischen Tschechoslowakei totgeschwiegen wurde, gibt es doch einen interessanten tschechischen Artikel, in dem Seizingers Arbeit in Kroatien gewürdigt wurde. Er berichtet über einen sicher seltenen Probedruck einer kroatischen Briefmarke, der vermutlich aus dem Besitz Seizingers selbst stammt und vergleicht diesen mit der normalen Briefmarke. Im Artikel werden beide leider nur mit einer relativ schlechten schwarz-weiß Abbildung gezeigt, die wir hier auf der Seite so übernehmen. Ein Bild von der tatsächlichen Marke kann als Blockausgabe auf der Titelseite dieses Seizinger-Beitrags betrachtet werden.

Interessanterweise stammt dieser kleine Beitrag aus der Zeit ganz kurz vor der kommunistischen Revolution in Prag, als man offenbar Seizingers Leistung noch zu würdigen wusste. Aufgrund seiner historischen Bedeutung stelle ich den kompletten tschechischen Text mit einer deutschen Übersetzung hier vor. Erschienen ist dieser Artikel mit dem Titel "Dvě ukázky" (Zwei Muster) am 17. Januar 1948 in der Zeitschrift "ZPRAVODAJ naší filatelie", číslo 1., ročník III (Berichterstatter über unsere Philatelie, Nummer 1, Jahrgang 3). Gezeichnet ist er lediglich mit einem großen N., wahrscheinlich das Zeichen von V. Nebeský, einem Redakteur der Zeitschrift.


DVĚ UKÁZKY

Je mnoho sběratelů, kteří s oblibou sbírají známky jen vysoké grafické úrovně, ale je mnohem více těch, kteří na známkách studují grafické umění a posozují podle toho i vyspělost vydavatelů. Značný počet časopisů věnuje určitou část svých stránek podobným popisům a jest jistě jen litovat, že se tak neděje v měřítku větším. Mluvilo se kdysi o světové úrovní filatelistických časopisů. Během uplynulého roku jsme se přesvědčili, že převážná část světového tisku stále více a více podléhá obchodním zájmům a tak můžeme dnes bez nadsázky říci, že naše časopisy stojí obsahově hodně vysoko a kdyby byly psány v některém ze světových jazyků, byly by všeobecně citovány.

Víme ovšem, že nelze stále a stále se obírati výhradně jen grafickou stránkou a snad právě proto použijeme jedinečné příležitosti, abychom čtenáře seznámili s dvěma reprodukcemi jedné rytiny. Máme však obavu, jak dopadne autotypická reprodukce na našem papíru, neboť od té závisí, zda se nám podáří v reprodukci podat do, co vidíme na originálech. Přesto se o to pokusíme, neboť obě ukázky přímo "volají" po porovnání.

ZWEI MUSTER

Es gibt viele Sammler, die mit Vorliebe nur Briefmarken von hohem graphischen Niveau sammeln, aber es gibt von ihnen noch viel mehr, die die Graphikkunst auf Briefmarken studieren und danach auch die Reife der Herausgeber beurteilen. Eine bedeutende Anzahl von Zeitschriften widmet einen beträchtlichen Teil ihrer Seiten ähnlichen Themen, nur damit es ihnen hinterher leid tut, dass es in diesem Maßstab nicht Größeres zulässt. Man spricht so über das Weltniveau philatelistischer Zeitschriften. Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir uns überzeugt, dass der überwiegende Teil der Welt des Druckes mehr und mehr wirtschaftlichen Interessen unterliegt und so können wir heute ohne Übertreibung sagen, dass unsere Zeitschriften inhaltlich ziemlich hoch stehen, und soweit sie in irgendwelchen Weltsprachen geschrieben werde, auch allgemein zitiert werden.

Wir wissen also, dass man sich nicht immer mit der graphischen Seite befassen kann und vielleicht gerade deswegen nehmen wir die einmalige Gelegenheit wahr, unserem Leser zwei Reproduktionen eines einzigen Stichs vorzustellen. Wir haben aber die Befürchtung, wie eine vom Autor gedruckte Reproduktion auf unserem Papier ausfällt, denn davon hängt es ab, ob es uns gelingt, in der Reproduktion das rüberzubringen, was wir auf den Originalen sehen. Trotzdem versuchen wir es, denn beide Probedrucke fordern trotzdem einen Vergleich.

Na obrázcích vidíte reprodukce chorvatské známky, vydané k záhřebské výstavě poštovních známek v roce 1943. Levý originál je v barvě zelené, pravý má barvu tinty neutrální. Zdůrazňujeme to proto, že zelená barva oproti tmavě modré nedává na známkách tak dobrých výsledků. A právě proto je třeba se znovu zadívati na oba obrázky. Vidíme, že první (zelená) podává krásný obraz s dostatkem vzduchu i hloubkou, kdežto vedlejší by nás sváděl k domněnce, že je tu podán obraz s měsíčním osvětlením. Obraz je "zatemněn" a "vzduchoprázdný".

A přece jsou to reprodukce z jediné rytiny! Podle podpisu vidíme, že autorem rytiny je někdejší rytec čs. známek K. Seizinger, který svoji rytinu vlastoručně otiskl zkusmo na kus papíru a tuto zkoušku porovnáváme s normální známkou archového vydání.

Jsme ovšem daleci toho, žádati na definitivních známkách stejně kvalitních otisku, jaké vidíme na zkouškách z původní rytiny, ale obě ukázky nasvědčují tomu, ž mistr Seizinger byl s tiskárnou asi méně spokojen.

Nám však tyto obrázky posloužily v tom směru, že jimi bylo možno dobře ukázátim, jakým činitelem ve známkové tvorbě je právě tiskárna.

Auf den Abbildungen sehen Sie die Reproduktionen einer kroatischen Briefmarke, erschienen zur Zagreber Briefmarkenausstellung im Jahr 1943. Die linke ist im Original in der Farbe Grün, die rechte hat die Farbe einer neutralen Tinte. Wir heben daher hervor, dass die grüne Farbe auf Briefmarken gegenüber dem Dunkelblau keine so guten Ergebnisse erbracht hat. Daher ist es tatsächlich notwendig, von neuem einen Blick auf beide Abbildungen zu werfen. Wir sehen, dass die erste (grüne) ein schönes Bild abgibt mit einer Fülle von Luftigkeit auch durch die Tiefe, während die nebenstehende uns fast zur Vermutung führt, dass das Bild einen ganzen Monat der Sonne ausgesetzt wurde. Das Bild ist "düster" und "luftleer".

Und doch sind dies Reproduktionen eines einzigen Stichs! Aufgrund der Unterschrift sehen wir, dass der Autor des Stichs der ehemalige Stecher tschechoslowakischer Briefmarken K. Seizinger ist, der seinen Stich eigenhändig versuchsweise auf ein Stück Papier druckte und diesen Versuch vergleichen wir mit der normalen Briefmarke der Bogenausgabe.

Wir sind weit davon entfernt auf Dauermarken die gleiche Druckqualität zu fordern, die wir auf Versuchen vom ursprünglichen Stich sehen, aber beide Briefmarken beweisen, dass Meister Seizinger mit der Druckerei wahrscheinlich weniger zufrieden war.

Uns aber bestätigen diese Abbildungen in der Meinung, dass es mit ihnen gut möglich war zu zeigen, welcher Faktor in der Briefmarkenherstellung die Druckerei ist.


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