Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst

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Pražský Hrad

PRAGA

Koruna svatováclavská
(Die Wenzelskrone)
Erste Briefmarke Jiří Švengsbírs aus der Serie "Pražský Hrad"

Briefmarkenausgabe der Tschechoslowakei
MiNr. 1619 (aus Block 24)
Ausgabetag: 9. Mai 1966
Stahlstichtiefdruck
Das Gesicht der berühmtesten Serie mit Prager Motiven - "Pražský hrad" (Prager Burg) - ist maßgeblich von Jiří Švengsbír geprägt. So stammen beispielsweise sämtliche Ausgaben der Jahre 1971-1981 von ihm. Im Rahmen dieser Serie zeigt sich die Liebe Švengsbírs für die versteckten kleinen Schönheiten der Stadt Prag. Die detaillierte Kenntnis seiner Heimatstadt kommt in diesen Briefmarkenmotiven Švengsbírs zum Ausdruck. Eine Vielzahl dieser Motive zeigen Münzen und Medaillen, Säulenkapitelle, Tore und Türöffner sowie viele weitere Kleinigkeiten, die man in der Stadt entdecken kann. Als erstes Motiv, das er zu dieser Serie gestaltete, wählte er im Jahr 1966 bewusst ein herausragendes Symbol der tschechischen Geschichte - die Wenzelskrone. In eine Artikel der Zeitschrift FILATELIE beschreibt Švengsbír selbst das Entstehen seines Werks:

"Myslel jsem stále na Svatováclavskou korunu, na výtvarné dílo nejvyšší hodnoty. ... Později bylo rozhodnuto, aby každým rokem byla vydána série s námětem z Pražského hradu, a tak jsem se přihlásil se svým námětem, který byl přijat kladně. Známce byla určena aršíková úprava a k jejímu vytištění pětibarevný ocelotisk z plochy. Pro mne pak nastala vlastní výtvarná práce, při které jsem se snažil vyřešit vlastní kompozici známky graficky i barevně. Použil jsem zkušeností z pracovního postupu známky s Tizianovým obrazem 'Toaleta mladé ženy'. Kombinoval jsem čárovou a vpichovací techniku, která umožňuje využití nejjemnějších barevných valérů. Rytecké práci předcházela kreslířská příprava, hledání nejvhodnějšího kompozičního umístění nápisu, označení hodnoty v ploše známky a její umístění. Zkoušel jsem také různé barevné kombinace, abych co nejlépe využil možnosti ocelotisku. ... Podle této barevné předlohy jsem návrh rozkresil, tj. rozložil valéry na soustavy bodů a čar, které se pak staly základem pro rytinu."

(Schon immer dachte ich an die Wenzelskrone, an ein Kunstwerk von höchstem Wert. ... Später wurde beschlossen, jedes Jahr eine Serie herauszugeben mit einem Motiv von der Prager Burg, und so meldete ich mich mit meinem Motiv, das positiv aufgenommen wurde. Für die Marke wurde eine Blockaufbereitung beschlossen und für ihren Druck ein fünf-farbiger Metalldruck von der flachen Platte. Für mich begann dann die eigentliche künstlerische Arbeit, bei der ich mich bemühte, graphisch und farblich eine eigene Lösung zu finden. Ich nutzte die Erfahrungen aus der Arbeit an Tizians Bild 'Toilette einer jungen Frau'. Ich kombinierte eine Strich- und Stich-Technik, die es ermöglicht, die feinsten Farbwerte unterzubringen. Der stecherischen Arbeit geht die zeichnerische Vorbereitung voraus, das Suchen nach der günstigsten kompositorischen Unterbringung der Vorlage, das Einzeichnen des Ganzen in die Platte der Marke und seine Plazierung. Ich versuchte auch verschiedene Farbkombinationen, um so gut wie möglich die Möglichkeiten des Stahlstichs auszunutzen. Nach dieser farbigen Vorlage schuf ich dann die Linienzeichnung, d.h. ich zerlegte das Ganze in ein System von Punkten und Strichen, das dann die Grundlage für den Stich wurde.)