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Die Pilatussage von Hausen

In Hausen erzählt man sich seit Generationen eine sehr seltsame Sage, die in etwa folgendermaßen lautet:

Pontius Pilatus, der römische Landpfleger der Bibel, der Jesus Christus verurteilte, ist nach der Sage in Hausen geboren. Die ersten gedruckten Hinweise auf die Hausener Sagenversion tauchen erstmals 1855 und dann 1864 auf, die mündliche Überlieferung ist aber sicher älter. Es werden (seit dieser Zeit von etwa Mitte des 19. Jahrhunderts an) sogar zwei Häuser im Ort als Geburtshaus genannt, die Nr. 48 und die Nr. 73. Der Bauernsohn Pilatus soll schon als Knabe große Fähigkeiten gezeigt haben und so wurde er nach Nürnberg in die Goldschmiedelehre geschickt. Von da kam er über den kaiserlichen Hof in Rom als Gesandter nach Jerusalem und erwarb dort einen solchen Reichtum, dass er bei seinem Geburtsort Hausen eine große Stadt erbauen konnte, der er seinen Namen gab. Aber in dem Augenblick, in dem er sein ungerechtes Urteil über Jesus gesprochen hatte, versank seine Stadt im Abgrund. Noch heute heißt die Gegend der Pilatusstadt Pilodes. Sollte sich Hausen je soweit vergrößern, dass ein Hahn unbeschwert in diese Flur gehen kann, so wird er die Turmspitze der Kirche ausgraben und die Stadt wird sich wieder erheben.

Viel wurde bisher über die Hintergründe dieser Sage geforscht und vor allem spekuliert. Eine auch nur einigermaßen befriedigende Erklärung hat bisher noch niemand geliefert. Auch ich selbst habe mich immer für diese Sage interessiert und mehrere Jahre lang dazu geforscht. Ergebnis ist ein ausführliches mehr als 400 Seiten umfassendes Buch, in dem ich mich umfassend mit der Sage auseinander setze und erklären kann, wie diese Mitte des 19. Jahrhunderts nach Hausen gelangte. Dieses Buch ist im November 2003 in der Schriftenreihe des Fränkische-Schweiz-Vereins erschienen.


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Gerhard Batz:
Das Pilatus-Puzzle. Bestandsaufnahme und Hintergründe einer europäischen Sage in Franken.
Mit 7 Karten und 40 Abbildungen sowie mehr als 100 Originaltexten zur Pilatussage.
Schriftenreihe II des Fränkische-Schweiz-Vereins, Heimatkundliche Beihefte 18,
416 Seiten, Verlag Palm & Enke, Erlangen 2003.
ISBN 3-7896-0675-8, Preis: € 12,90

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Natürlich würde ich mich auch über Meinungen und Stellungnahmen zum Buch freuen.
Gerhard Batz



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