Dies mag auch der Grund dafür sein, dass es besonders viele Werke von Hollar auf tschechoslowakischen Briefmarken gibt.
Für deutsche Sammler interessant ist, dass eine aktuelle Briefmarke der Bundesrepublik ebenfalls aus den
Reihen der Hollar-Vereinigung kommt. Die im April 1997 veröffentlichte Gemeinschaftsausgabe
zum Heiligen Adalbert (siehe links) stammt von Vladimír Suchánek, dem langjährigen Vorsitzenden.
Die hohen handwerklichen Maßstäbe, die man in der Tschechoslowakei sowie in
der heutigen Tschechischen Republik und in der Slowakei - und interessanterweise auch während der
deutschen Besatzung (Böhmen und Mähren) - an die Briefmarkenkunst stellte, wird u.a. auch dadurch
deutlich, dass bei der Auswahl der Briefmarkenstecher genauso sorgfältig vorgegangen wurde wie
bei den entwerfenden Künstlern. Diese Stecher waren bzw. sind als Angestellte oder regelmäßig tätige freie Mitarbeiter
an die "Státní tiskarna cenin" (Staatliche Wertpapierdruckerei) gebunden. Diese bewusste
Beschränkung führte dazu, dass in 80 Jahren tschechischer/slowakischer Briefmarkengeschichte
kaum mehr als 20 Stecher die Briefmarken schufen. Als Mitarbeiter der Wertpapierdruckerei zeichnen viele
dieser Briefmarkenstecher auch für die Banknoten ihres Landes verantwortlich oder waren oft auch selbst als
Briefmarkenentwerfer tätig. Die enge Verbindung von Briefmarken- und Banknotenstich in der Tschechoslowakei wird in dieser Galerie durch eine eigene Abteilung mit Beispielen von Banknoten gewürdigt.
Umgesetzt wurde und wird der hohe Anspruch an die Briefmarken nicht zuletzt in hochwertigen
Druckverfahren. Man verzichtet weitestgehend bewusst auf die üblichen für Massendruck
geeigneten Verfahren, sondern konzentriert sich auf relativ niedrige Auflagen, bei denen dann z.B. der graphisch sehr
anspruchsvolle Stahlstichtiefdruck dominiert, der häufig wie bei Graphiken von der flachen Platte
ausgeführt wird. Die Briefmarken selbst sind wie Kunstwerke quasi "signiert", d.h. Sie finden auf der Marke in jedem Fall die Namen des jeweiligen
Entwerfers und auch des Stechers. Welche Bedeutung man den "Handwerkern" unter den Briefmarkenkünstlern, den Stechern,
in der Tschechoslowakei zumaß, drückt sich in verschiedenen Briefmarkenausgaben aus,
auf denen die tschechoslowakische Post Briefmarkenstecher ehrte.
Wenige Wochen nach der Gründung der Tschechoslowakei am 28.10.1918 gab die Postverwaltung des neuen
Staates am 18. Dezember ihre erste Briefmarke heraus, die bekannte Hradschin-Marke von Alfons Mucha.
Dieser Tag war seitdem immer ein besonderer Tag für die tschechischen und slowakischen Philatelisten.
Zu den "runden" Jubiläen, erstmals 1948 und dann jeweils in 10-Jahres-Abständen wurde an
diesem Tag der ersten Briefmarke mit Block- oder Sondermarkenausgaben gedacht.
Am 18. 12. 1965 veröffentlichte man erstmals eine Briefmarke, die offiziell diesen Tag
als Tag der tschechoslowakischen Briefmarke (Den èeskoslovenské poštovní známky) benannte.
In den folgenden Jahren erschien dann jeweils am 18.12. eine Ausgabe mit Postmotiven in
immer gleichem Format. Im Jahre 1978 (Alfons Mucha) und dann ab 1981 (Eduard Karel) jährlich
wurden verschiedene Briefmarkenkünstler (Entwerfer oder Stecher) geehrt.
Die Ausgaben dieser Reihe weckten mein persönliches Interesse an tschechischen und slowakischen
Briefmarkenkünstlern. Ich begann, die Ausgaben dieser Reihe zu einer Motivsammlung zusammenzustellen (über den link können Sie eine Übersicht erreichen, wo alle Ausgaben dieser Reihe zusammengefasst sind und in einer "slideshow betrachtet werden können).
Das brachte auch mit sich, dass ich viele Informationen über diese Personen sammelte und in meiner
Sammlung verarbeitete. Teile aus dieser Sammlung mit verschiedenen Informationen zu den Künstler
und ihre Briefmarken werden auf den folgenden Seiten ausführlicher vorgestellt.
Neben dem Beachten hoher
künstlerischer Maßstäbe bei der Briefmarkengestaltung, haben sich die Postverwaltungen sowohl der alten
Tschechoslowakei als auch der Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei immer auch der
Kunstdarstellung auf Briefmarken verschrieben. Davon geben eine große Anzahl von regelmäßigen Serien
mit Kunstwerken Zeugnis. Die bekannteste dieser Serien bzw. Reihen ist die jährliche Ausgabe "Umìní"
(Kunst), die jeweils im November das Briefmarkenjahr abschließt. Aus dieser Serie stammt auch eine Vielzahl der
im folgenden gezeigten Marken. Natürlich wurde diese Reihe ebenfalls sehr stark durch Mitglieder der
Hollar-Vereinigung geprägt und startete wie selbstverständlich im Jahr 1966 mit einem Bild von
Václav Hollar. Eine komplette Zusammenstellung der inzwischen mehr als 100 Werke, die bisher
im Rahmen der "Umìní-Serie" auf Briefmarken erschienen,
sind in einer Übersicht zusammengefasst. Die in der Galerie
ausführlich gewürdigten Briefmarken sind von dort aus durch einen link erreichbar.
Neben der Serie "Umìní" gibt und gab es in der Tschechoslowakei eine
Reihe weiterer Kunstbriefmarken und -reihen, aus denen in den Abteilungen der
Galerie ebenfalls das eine oder andere Beispiel zu finden ist. Es würde
aber entschieden zu weit führen, wenn man versuchen wollte, alle Kunst-Briefmarken oder -Serien
der Tschechoslowakei auf dieser zu besprechen und zu würdigen.
Die vielen Beispiele auf den folgenden Seiten geben aber einen
einigermaßen repräsentativen Überblick, da aus den meisten Serien
Beispiele zu finden sind.
* * *
Betreten Sie daher nun die erste Abteilung der Galerie, in der Sie durch die verschiedensten
Briefmarkenausgaben eine Einführung und einen komprimierten Überblick zur tschechischen und slowakischen bildenden Kunst
und ihrer Geschichte erhalten. Da eine umfassende Kunstgeschichte beider Länder im Rahmen dieser Galerie natürlich
nicht sinnvoll ist, beschränkt sich diese einführende Abteilung in erster Linie auf Künstler, die durch
ihr Werk maßgeblichen Einfluss auf die Tradition und die Entwicklung der tschechischen und
slowakischen Briefmarkenkunst hatten.

Den Mittelpunkt der Galerie bilden drei Hauptabteilungen, die sich mit der Geschichte, den Hintergründen und vor
allem mit den Künstlern - Entwerfern und Stechern - der tschechischen und slowakischen Briefmarken beschäftigen.

Wenn Sie also nur dieses Thema interessiert, gehen Sie bitte unmittelbar in diese Abteilungen und lassen sich mittels der grauen Pfeile
durch die Abteilungen führen. Sie können auch über das

einsteigen, das sämtliche tschechischen und slowakischen Briefmarkenkünstler
enthält. Über links erreichen Sie die in der Galerie ausführlicher gewürdigten Künstler.
Nicht vergessen sollten Sie auch den Besuch in den übrigen themenbezogenen
"Sonderausstellungen" der Galerie
Weiterführende und ausführlichere Literatur, die auch als
Quellen für die Informationen dieser website diente, ist auf einer
eigenen Literaturseite zusammengestellt.Besuchen Sie auch die Seite der
Arbeitsgemeinschaft Kunstgeschichte im BdPh.