Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Die unten auf dem Ersttagsstempel abgebildete Zeichentrickfigur Ferda Mravenec (Ferda die Ameise) kennt in
der Tschechischen Republik jedes Kind. Generationen von Kindern sind mit den Geschichten
dieses lustigen kleinen Wesens und seiner Freunde aufgewachsen. Mit ihnen erlangte auch
sein Schöpfer Ondøej Sekora nationale und später auch
internationale Berühmtheit. Geboren wurde er am
25. September 1899 in Královo Pole in der Nähe von Brünn. Zunächst studierte er
Rechtswissenschaft und begann erst 1929 mit einem Kunststudium an der Gewerbekunsthochschule in Prag,
das er 1931 beendete. Schon während dieser Zeit arbeitete er auch als Redakteur und Karikaturist
für die Zeitung Lidové noviny. Seine Karikaturen aus den 30er Jahren beschäftigten sich oft mit Deutschland
und der Sowjetunion. Als begeisterter Fußball- und Rugbyspieler stehen auch oft sportliche Themen
im Vordergrund. Seine journalistische Tätigkeit musste er nach dem Münchener Abkommen in der Zeit des Protektorats
aufgeben, als man ihn zunächst aus dem Journalistenverband ausschloss und schließlich in den Jahren 1944 und 1945 in
einem Arbeitslager internierte.
Im Jahr 1935 erschien sein erstes Buch mit Ferda Mravenec, das ihn sofort im ganzen
Land berühmt machte. Weitere Bücher von ihm sind u.a. Èmelák Aninka (Die Hummel Aninka), Kuøe Napipi a jeho pøátele (Das Hühnchen Napipi und seine Freunde) oder Kronika mìsta Kocourkova (Die Chronik der Stadt Kocourkova). Für die Zeichnungen der Helden seiner Kinderbücher
dienten ihm Tierfiguren von Josef Lada als Vorbild wie z.B.
Kater Mikeš oder der Ziegenbock Bobeš. Wo aber Lada Haustiere zeichnete und
diese auch in der Umgebung der Menschen auftreten ließ, erleben Sekoras Tiere ihre
Abenteuer in ihrer natürlichen Umwelt und haben mit den Menschen nur deren ethischen
Werte wie Arbeit, Freundschaft oder Humor gemeinsam. Seine Kinderbücher erschienen
in vielen Sprachen in der ganzen Welt und dienten auch als Vorlagen für
Zeichentrickfilme.

Nach dem Krieg arbeitete Sekora zunächst wieder als Journalist und Karikaturist für die
verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften, u.a. für Simplicus, Dikobraz
oder Šibenicky, ab 1952 dann freiberuflich. Zeitweise war er auch Chefredakteur des staatlichen Kinderbuchverlags. Seine Karikaturen erhielten viele nationale und
internationale Auszeichnungen. Er wurde dadurch auch zum Vorbild vieler weiterer
bekannter tschechischer Karikaturisten.
Ondøej Sekora starb am 4. Juli 1967 in Prag.