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Der erste Švejk
Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Der Maler und Grafiker Josef Lada wurde am 17. Dezember 1887
im Dörfchen Hrusice bei Senohraby geboren. Er ist außerhalb der Tschechischen Republik vor allem bekannt durch seine
Illustrationen des Buches "Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk" von Jaroslav Hašek. Ladas
zeichnerische Darstellung des Švejk ist wahrscheinlich bekannter als Hašeks Erzählung. Im Jahr 1997 wurden mehrere dieser
Illustrationen von der tschechischen Post auf Briefmarken herausgegeben. Diese Ausgaben stehen auch im Mittelpunkt der
Würdigung von Josef Lada in dieser Galerie.
Nachdem er an der Prager Kunsthochschule zunächst abgelehnt
wurde und später sein begonnenes Kunststudium aus verschiedensten
Gründen abbrach, brachte er sich das Malen und Zeichnen
neben einer Buchbinderlehre als Autodidakt bei. Dabei lernte er eine Reihe von Werken
bekannter Künstler kennen wie Aleš oder Švabinský, deren Bilder
er als Lehrling zu drucken hatte und die ihn in
seinem Vorhaben, selbst künstlerisch aktiv zu sein, bestärkten.
Lada war ein zeichnerisches Naturtalent; er konnte sowohl rechts wie
links zeichnen. In seiner Autobiographie "Kronika mého života" (Chronik meines Lebens) schreibt er selbst mit dem
ihm eigenen Humor über seine zeichnerische Leidenschaft: "Byl bych kreslil a maloval od rána do veèera,
ale nemìl jsem dosti papíru" (Ich hätte gern von früh bis spät gezeichnet und gemalt, aber ich hatte nicht genug Papier).
Aus persönlichem Erleben heraus übertrug er mit liebenswerter Heiterkeit
das Landleben in seine Werke. Diese - in fast schon als
naiv zu bezeichnendem Stil gemalten - Werke finden sich auch auf einem Briefmarkensatz aus dem Jahr 1971
mit vier Lada-Motiven, eines davon das oben gezeigte Bild "Podzim" (Herbst).
Ein weiteres Lada-Bild mit der Darstellung einer böhmischen Landschaft
erschien im Jahr 1987 zu seinem 100. Geburtstag auf einer Briefmarke.
Sein durch festen Strich und Flächigkeit zu charakterisierender
Stil ist vor allem beeinflusst von folkloristischen Elementen seiner tschechischen Heimat.
Heimat war für Lada nicht nur ein Gefühl, sondern unmittelbar und eng verbunden mit
seinem Heimatort Hrusice, in dem er sich so oft wie möglich aufhielt. Dort war seine
menschliche und künstlerische Persönlichkeit fest verwurzelt, dort fand er auch den
Nährboden und die Anregungen für sein Schaffen, in dem als Hauptthema die Erinnerung
an seine eigene Kindheit in Hrusice im Mittelpunkt steht, umgeformt in einfache malerische
Bilder.
In seinen ca.15.000 Zeichnungen und 400 Bildern in Tempera auf Leinwand bildete er interessanterweise
fast nur Kinder und Alte ab, offenbar weil diese für ihn allein echte Empfindsamkeit
verkörperten. Auf diese Weise schließt sich für ihn auch der Kreis des Lebens,
beginnend mit der naiven Welt der Kindheit und endend mit der Weisheit des Lebensendes.
Josef Lada war ein äußerst produktiver Künstler. Neben der bereits erwähnten großen Anzahl an Zeichnungen
und Bildern illustrierte er 121 Kinderbücher sowie 197 Bücher für Erwachsene und schuf für 18 Kinderbücher
und 51 Erwachsenen-Bücher die Umschläge. Er zeichnete für 79 tschechische
und 6 ausländische Zeitschriften, schmückte 15 Musikalien und 16 Kalender, malte 20 Plakate, entwarf 9 Theaterkulissen
und 20 ex libris. Von ihm stammen vier Zeichentrick-, ein Puppen- und 1 Spielfilm sowie die 26-teilige Zeichentrick-Serie
"Kocour Mikeš" (Kater Mikesch). Für das Fernsehen produzierte er die 13-teilige Serie "Bubáci a hastrmani" (Geister und Nixen)
und die 7-teilige Serie "O chytré kmotøe lišce" (Über den schlauen Gevatter Fuchs).
Josef Lada starb am 14. Dezember 1957 in Prag