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Odolnost * S batohmi
Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Neben den vielen tschechischen Künstlern, die den hohen künstlerischen Anspruch der tschechoslowakischen
Briefmarken begründeten, haben sich auch eine ganze Reihe slowakischer Küstler verdient gemacht. Stellvertretend
dafür steht hier als erster Martin Benka mit seinen Werken, zumal dieser auch der erste Slowake war,
der als Entwerfer für die tschechoslowakische Post tätig wurde und somit als der Begründer
der slowakischen Briefmarkentradition bezeichnet werden kann.
Geboren am 21.9.1888 im slowakischen Kostolište gilt er auch als einer der Begründer der
modernen slowakischen Malerei. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er im mährischen Hodonín und
während seines Studiums bei Alois Kalvoda in Prag.
Nach seinem Studium war er von 1913-1939 als freischaffender Künstler in der Hauptstadt tätig.
In diese Zeit Mitte der 30er Jahre fällt auch sein erstes Interesse an der Gestaltung von Briefmarkenentwürfen.
Von 1918 an wurden zwar desöfteren slowakische Themen auf tschechoslowakischen Briefmarken dargestellt, die
Entwürfe und die Ausführung wurden aber durchwegs von tschechischen Künstlern vorgenommen. Dies nahm
Benka zum Anlass, einige - inzwischen legendäre - Briefmarkenentwürfe zu schaffen und sie der
Postorganisation vorzulegen. Es handelte sich dabei
um drei Entwürfe, die im Oktober 1938 erscheinen sollten: eine 50-Heller-Marke mit der Abbildung eines
slowakischen Mädchens, die zwei Friedenstauben freilässt, eine 1-Kronen-Marke, auf der zwei jungen Männer
in Tracht vor einem Svätopluk-Bild einen Treue-Eid schwören und eine 2-Kronen-Marke mit der allegorischen
Figur einer jungen Frau, die mit der rechten Hand grüßt. Nach dem Münchener Abkommen und der
Zerschlagung der ersten tschechoslowakischen Republik wurden die Marken nicht umgesetzt und in Umlauf gebracht.
Ausschnitte aus diesen unveröffentlichten Entwürfen sind zu sehen auf einer Benka-Ausgabe der Slowakei
zu seinem 25. Todestag im Jahr 1996, auf dem anhängenden Zierfeld sowie auf dem Ersttagsbrief der Entwurf
der 50-Heller-Marke (siehe unten).
Erst nach der Unabhängigkeit der Slowakei wurden im Jahre 1939 Briefmarken-Entwürfe Benkas durch
die neue slowakische Postverwaltung in der Serie "Volkstrachten" veröffentlicht. Eines der Motive -
"Bäuerin am Brunnen" (links) - ist hier abgebildet.
Das zweite Motiv eines Holzfällers ist auch auf der ganz oben zu sehenden Benka-Gedenkmarke aus dem Jahr 1991 im Rahmen der
Reihe "Tag der tschechoslowakischen Briefmarke" zu erkennen. Drei weitere Benka-Briefmarkenentwürfe gingen
während der Zeit des slowakischen Austands am Ende des Kriegs verloren.
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Als nationalbewusster Slowake kehrte Benka 1939 in die neugegründete Slowakei zurück und ließ sich in Martin
nieder, wo er eine Kunstschule leitete. Er malte in expressionistischer Weise vor allem
Motive aus dem Leben der einfachen Leute in der Slowakei. Die Darstellung eines slowakischen Bauers
war die zweite Briefmarkenausgabe mit einem Benka-Entwurf in der Slowakei (16.10.1943 im Rahmen einer Serie
zu Jubiläen kultureller Institutionen). Dieses Motiv wurde später im Jahre 1973 mehrfarbig unter dem Titel
"Odolnost" (Widerstand) in der alljährlichen Gemäldeserie der Tschechoslowakei veröffentlicht
(s. in der Galerie). Auch das zweite Benka-Gemälde "S batohmi" (Mit Tragekorb), das
1988 in der gleichen Serie erschien, zeigt ein ländliches Motiv aus der Slowakei. Diese nationale
Gesinnung wird auch in der am 25.3.1963 erschienenen Briefmarkenausgabe mit der Darstellung des
slowakischen Volkshelden Juraj Jánošík deutlich. Zeitweise war Benka Mitglied im slowakischen
Nationalrat und versteckte während des Krieges in seinem Atelier in Martin Soldaten und Widerstandskämpfer.
Martin Benka war aber nicht nur Maler, sondern auch leidenschaftlicher Musiker und spielte im Orchester von Martin.
Diese Leidenschaft Benkas ist der Hintergrund einer weiteren Briefmarkenausgabe, die mit ihm in Verbindung zu
bringen ist. Er hatte eine größere Sammlung von Geigen und entwarf selber sechs Prototypen dieses Musikinstruments.
Und eine dieser von ihm entworfenen Geigen ist ein Motiv in einem 5-teiligen Satz mit Musikinstrumenten
mit dem Titel "Husle" (Geige) vom 12.5.1974, entworfen von seinem bekannten Künstlerkollegen
Jozef Baláž. Insgesamt existieren 10 Briefmarkenausgaben von und zu Martin Benka.
Er starb am 28.6.1971 in Malacky.
Vielen Dank an die Organisation Matica Slovenska,
die mir die meisten Informationen zu diesem Artikel zukommen ließ.