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Lauda z Chlumèan * Žalov
Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Der tschechische Maler Mikoláš Aleš gilt als Meister der Tuschezeichnung.
Er ist einer der bekanntesten und auch populärsten Künstler des Landes.
In seinen Bildern spiegelt sich das Leben und der Geist des 19. Jahrhunderts
in Böhmen wider. Die Vorbilder und Anfänge von Aleš' Schaffen
liegen in seiner Kindheit, der Familie und im Umfeld des ländlichen Lebens
seiner Heimat. Geprägt hat ihn auch die hussitische Tradition, in der er aufwuchs, mit
ihrer Schlichtheit und Ausrichtung auf die Bibel.
Er wurde in Mirotice in der Nähe von Písek am 18. November 1852 geboren.
Dort besuchte er bis zum Tod seiner Mutter 1869 die Hauptschule und das Gymnasium.
Danach zog er nach Prag, wo er an der Kunstakademie ein Studium aufnahm.
Im dortigen konservativen Ausbildungssystem stieß er meist auf Unverständnis,
so dass, er auch keinen künstlerischen Nährboden fand.
Mehr als von seinen Lehrern lernte er aber von Josef Mánes.
Kennzeichnend und typisch für Aleš' Werk ist die Form des Zyklus.
Zu nennen sind hier vor allem der Zyklus "Živly" (Die Elemente), ein
7-teiliger Hymnus aus dem Jahr 1881 über die verlorene Freiheit der nordamerikanischen
Indianer, der ebenfalls 7-teilige Zyklus "Praha" (1882) und "Život
starých Slovanù" (Das Leben der alten Slawen) von 1891. Die Form des
Bilderzyklus ermöglichte es ihm, seine künstlerischen Gedanken weiterzuentwickeln,
Geschichten zu erzählen und den Ablauf von Ereignissen, seine Vorliebe
für historische Themen und die Schilderung von Lebensabläufen
plastisch darzustellen.
Aleš zählt zur sog. "ersten Generation des Nationaltheaters" und schuf
einen Zyklus von Bildern mit dem Titel "Vlast" (Vaterland), mit dem das Nationaltheater
in Prag ausgeschmückt wurde. "Vlast" ist sein bekanntester Bilderzyklus
und war bis dahin der Höhepunkt in seiner künstlerischen Entwicklung und der Abschluss der Frühperiode seines
Schaffens. Das Werk brachte ihm in der Öffentlichkeit hohe Anerkennung, aber
auch tiefe Verbitterung durch die vielfältigen Eingriffe der Wettbewerbsjury
in die Ausführung, die seine Arbeit mit ständigen Ermahnungen und
Misstrauen begleitete. Aus diesem Grund führte Aleš die Entwürfe nicht selbst
im Nationaltheater aus. Seine Handschrift und die Monumentalität
seiner Entwürfe kommen in der Umsetzung seines Mitarbeiters František
Ženíšek im Nationaltheater nur ungenügend zur Geltung. Sie
sind nur noch in den Original-Blättern und in den Farbtemperaentwürfen,
die sich in der Nationalgalerie in Prag befinden, zu erkennen.
Während des Sommers kehrte er regelmäßig in seinen Heimatort zurück und fing dort das ländliche Leben
in seinen Bildern ein. 1879 begab er sich auf eine Reise durch Italien und arbeitete nach seiner Rückkehr
in seiner kleinen Wohnung in Prag, da er kein eigenes Atelier besaß.
Von 1877 an gehörte er der Künstlergruppe "Umìlecká beseda" an und
war ab 1896 an dort Ehrenmitglied. 1887 war er Mitbegründer
der Vereinigung "SVU Mánes" der bildenden Künstler in Böhmen
und auch ihr erster Vorsitzender.
Er schmückte Häuserfronten mit Stuckbildern in Prag, Pilsen
und anderen Städten Böhmens, Mährens und der Slowakei. Am Ende seines Lebens stand ein Gesamtwerk
von ca. 5000 veröffentlichten
Bildern in Zeitschriften und Büchern, auf Zielscheiben, Diplomurkunden,
Einladungs-, Spiel-, Geburtstags- und normalen Postkarten, sowie in einer Vielzahl
von Kalendern.
Natürlich wurden Aleš und seine Werke auch recht häufig auf Briefmarken gewürdigt.
Bereits am 14. Mai 1929 wurde von Aleš eine Darstellung des heiligen Václav zu dessen 1000. Todestag
veröffentlicht, die zu seinem 100. Geburtstag im Jahre 2002 im Rahmen der Serie "umìní" (jetzt mehrfarbig) nochmals erschien. Es folgten 1951 zwei Aleš-Bilder (Táborsko, Povìstí) und 1952 zu
seinem 100. Geburtstag weitere zwei (Trutnov, Lauda z Chlumèan) neben dem obigen Porträt,
das in zwei Wertstufen herausgegeben wurde. 1983 erschien schließlich die Ausgabe "Žalov" zum 100. Jahrestag des Tschechischen Nationaltheaters aus Aleš' Zyklus "Vlast" zur Ausschmückung des Theaters. Die bisher letzte Marke mit einem Bild von Aleš stammt aus dem Jahr 2002, als die Tschechische Republik sein Bild des heiligen Václavs von einem Fenster des Veitsdomes in Prag im Rahmen der Serie "umìní" veröffentlichte.
Mikoláš Aleš starb am 10. Juli 1913 in Prag-Vinohrady.
Er ist auf dem Friedhof in Vyšehrad begraben.