
Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Der slowakische Briefmarkenstecher Martin Èinovský besitzt in seinem Land auch ein hohes Ansehen als freier Graphiker. Weit über 100 Briefmarkenstiche
und viele weitere Arbeiten für die Post (Ersttagsbriefe, Stempel usw.) stammen inzwischen aus einer Feder. Seine
Ausbildung als Graphiker erhielt er in den 70er Jahren bei Albín Brunovský, einem der bedeutendsten slowakischen Graphiker.
Sein künstlerisches Spektrum erweiterte er durch weiterführende Studien in Frankreich, bis er sich Anfang der 80er
Jahre auf das Spezialgebiet von Postgraphiken konzentrierte. Im Jahr 1986 war er der erste Slowake überhaupt, der eine
Briefmarke der Tschechoslowakei stechen durfte, eine Ausgabe zur Volleyballweltmeisterschaft
der Damen (MiNr. 2863). Inzwischen hat er auch mehrere Briefmarken selbst entworfen - natürlich auch selbst
gestochen, unter ihnen die erste Ausgabe der 1993 neu gegründeten Slowakei mit dem Staatswappen (MiNr. 162). Heute
leitet er als Professor an der Kunsthochschule in Bratislava ein in der Welt wahrscheinlich
einzigartiges Spezialinstitut für Postgraphik. Es ist sicher nur eine
Frage der Zeit, bis aus diesem Institut eine neue Generation hevorrragender Briefmarkenkünstler hervorgeht. Neben seiner
graphischen Tätigkeit spielt er mehrere Musikinstrumente und komponiert regelmäßig auch Filmmusik.
|
Matica slovenská entworfen von Albín Brunovský gestochen von Martin Èinovský Schwarzdruck der Ausgabe aus dem Jahr 1988, die in diesem Jahr zur schönsten Marke der Tschechoslowakei gewählt wurde Ausgabetag: 29. März 1993, MiNr. 2956 Die "grüne Matica-slovenská-Marke" (unter dieser Bezeichnung ist sie den Sammlern bekannt) erhielt hohe öffentliche Anerkennung vor allem durch seinen hohen künstlerischen Wert, der nicht zuletzt aufgrund der optimalen Zusammenarbeit von Lehrer und Schüler zustande kam. Mit hoher stecherischer Präzision, die im abgebildeten Schwarzdruck gut nachzuvollziehen ist, führte Martin Èinovský den Entwurf seines berühmten Lehrers aus. Èinovskýs Stil wird in einer slowakischen Veröffentlichung über ihn folgendermaßen beschrieben: "Rytecký rukopis Martina Èinovského sa prejavuje ako ideálne spojenie klasikej ryteckej s dômyselne a úèelne organizovaným systémom línií. V uchvacujúcom rytme, nevídanej dynamike a razantnosti prerastá do súèasnej polohy ponímania rytiny. Ryteckou technikou predlohu mechaniky nekopíruje, ale ryje podla vlastných tvorivých zásad." (Martin Èinovskýs Handschrift als Stecher äußert sich als ideale Kombination klassischer Stechertechnik und einem überlegtem und planvoll organisiertem System von Linien. In mitreißendem Rhythmus, innovativer Dynamik und Kühnheit fällt sie sie unter ein zeitgemäßes Verständnis des Stechens. Èinovský kopiert nicht mechanisch ein Kunstwerk, sondern graviert es auf Basis seiner eigenen kreativen Maximen.) |